10 weiterführende Ballettschritte für Anfänger
Du hast bereits erste Erfahrungen im Ballett gesammelt und kennst grundlegende Bewegungen wie Plié, Tendu oder Relevé? Dann ist es Zeit, dein Training weiter auszubauen. Die folgenden weiterführenden Ballettschritte für Anfänger helfen dir, mehr Kontrolle, Balance und Musikalität zu entwickeln und bauen direkt auf den Grundlagen auf.
Falls du die Basics noch einmal auffrischen möchtest, empfehlen wir dir zuerst unseren Beitrag „10 grundlegende Ballettschritte für Anfänger“. Er bildet die Basis für alle Bewegungen in diesem Artikel.
1. Petit Battement
Petit Battement beschreibt eine schnelle, kleine Bewegung des Arbeitsbeins vor und zurück am Standbein. In verschiedenen Balletttraditionen wird dieser Schritt unterschiedlich ausgeführt.
In der russischen (Vaganova-)Tradition bewegt sich das Arbeitsbein meist von Coupé über sur le cou-de-pied, wodurch die Fuß- und Sprunggelenksbewegung klar durch den gesamten Bewegungsweg geführt wird. In der RAD- oder britischen Ausbildung wird Petit Battement häufig einfach von Coupé devant zu Coupé derrière ausgeführt, ohne den Zwischenschritt über sur le cou-de-pied, wodurch die Bewegung kompakt und rhythmisch klar bleibt. Viele amerikanische Schulen kombinieren beide Ansätze und behalten das Bein oft auf sur le cou-de-pied, um Geschwindigkeit, Kontrolle und sichtbare Linien zu betonen.
Diese Varianten schulen alle Präzision, Fußarbeit und Stabilität im Standbein, wobei jede Tradition leicht unterschiedliche technische Schwerpunkte setzt.
2. Pas de Bourrée
Der Pas de Bourrée ist ein fließender Übergangsschritt, der aus drei kleinen Schritten besteht: meist en arrière (zurück), à la côté (zur Seite), en avant (nach vorn). Er wird genutzt, um Bewegungen elegant miteinander zu verbinden, den Raum zu wechseln und flüssige Übergänge zwischen größeren Schritten oder Sprüngen zu schaffen.
In der RAD-Ausbildung wird der Pas de Bourrée oft weich und bodennah ausgeführt, während in der russischen (Vaganova-)Tradition die Bewegung klarer, präziser und etwas größer betont wird. Viele amerikanische Schulen legen den Fokus auf Rhythmus und Ausdruck, wobei die genaue Schrittfolge je nach Kombination leicht angepasst werden kann.
Der Pas de Bourrée ist ein vielseitiger Schritt, der sowohl in klassischen Übungen als auch in Kombinationen immer wieder auftaucht und besonders für das Zusammenspiel von Beinen, Füßen und Oberkörper wichtig ist.
3. Glissade
Glissade bedeutet wörtlich „gleiten“ und beschreibt einen fließenden Schritt über den Boden. Der Glissade beginnt mit einem Dégagé, bei dem das Arbeitsbein vom Boden abgehoben wird, gleitet dann leicht über den Boden und endet, wenn beide Füße wieder geschlossen zusammenkommen, meist in einer geschlossenen Position wie der fünften oder ersten Position. Der Glissade ist ein wichtiger Verbindungsschritt, der Kontrolle, Gleichgewicht und Rhythmusgefühl trainiert und häufig als Vorbereitung für Sprünge oder komplexere Kombinationen eingesetzt wird.
4. Piqué
Piqué bedeutet wörtlich „stechen“ oder „prick“ und beschreibt einen schnellen, präzisen Schritt, bei dem das Arbeitsbein kurz und leicht auf das gestreckte Standbein tippt, bevor es wieder angehoben wird. Meist beginnt der Schritt aus einem Plié oder einer anderen Position, und der schnelle Kontakt mit dem Boden sorgt für Kontrolle, Balance und eine klare Gewichtsverlagerung.
5. Sauté
Sauté ist ein einfacher, vertikaler Sprung aus verschiedenen Fußpositionen. Er wirkt schlicht, erfordert aber eine gute Koordination von Plié, Absprung und Landung. In allen klassischen Systemen gilt Sauté als wichtige Grundlage für spätere Sprünge, wobei Betonung und Dynamik je nach Stil leicht variieren.
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6. Passé / Retiré
Ursprünglich beschreibt Passé die Bewegung, bei der das Arbeitsbein vom Coupé am Standbein entlang nach oben gezogen wird, bis der Fuß das Knie des Standbeins passiert. Dabei ist das Knie ausgedreht (turned out), sodass die Hüfte geöffnet bleibt und die Linie elegant wirkt. Retiré bezeichnet die gehaltene Position, in der der Fuß fest am Knie des Standbeins liegt und die Balance gehalten wird.
In der Vaganova-Methode wird diese Unterscheidung streng gelehrt: Passé ist die Bewegung, Retiré die Position. In der RAD-Ausbildung wird die Position offiziell als Retiré bezeichnet, aber Lehrer verwenden informell häufig den Begriff „Passé“, weil dies im Unterricht einfacher und für Schüler gebräuchlicher ist. In amerikanischen Schulen und vielen anderen Studios wird ähnlich verfahren: Passé wird oft als allgemeiner Name für die Position am Knie verwendet, unabhängig vom genauen Stil.
Unabhängig von der Terminologie ist diese Bewegung zentral für Balanceübungen, Pirouetten und klassische Kombinationen. Sie schult Stabilität, Kontrolle und die korrekte Ausrichtung des Körpers bei Drehungen und Sprüngen.
7. Port de Bras
Port de Bras beschreibt die bewusste Führung der Arme in Verbindung mit Oberkörper und Kopf. Die Armbewegungen geben dem Tanz Ausdruck und unterstützen die Linien des Körpers. Während einige Systeme sehr klare, definierte Armwege lehren, legen andere mehr Wert auf Weichheit und Fluss – beides trägt zur Qualität der Bewegung bei.
8. Changement
Changement ist ein kleiner Sprung, bei dem die Füße in der Luft ihre Position wechseln. Meist beginnt der Schritt aus der fünften Position, wobei das vordere Bein in der Luft nach hinten wechselt und das hintere Bein nach vorn kommt, bevor beide Füße wieder sauber auf dem Boden landen. Der Schritt verlangt saubere Fußarbeit, gutes Timing und Kontrolle in der Luft. Changement ist ein wichtiger Schritt für Sprungkombinationen und klassische Übungen, der Balance, Präzision und Konzentration auf den Linienaufbau schult.
9. Pirouettenvorbereitung
Tombé bedeutet wörtlich „fallen“ und beschreibt einen Schritt, bei dem das Gewicht kontrolliert nach vorne, hinten oder zur Seite verlagert wird. Die Vorbereitung für Pirouetten kombiniert Tombé, Pas de Bourrée, Plié und Passé/Retiré und erfordert eine stabile Körpermitte. Häufig beginnt sie mit einem Tombé, das das Gewicht nach vorne verlagert, und geht dann in einen Pas de Bourrée über, der den Körper in eine vierte Position im Demi-Plié bringt – eine klassische Ausgangsposition für die eigentliche Drehung.
Je nach Schrittfolge und Übung können Pirouetten auch aus fünfter oder zweiter Position gestartet werden, je nach Musik, Stil oder gewünschtem Schwierigkeitsgrad.
10. Assemblé
Assemblé bedeutet wörtlich „zusammenfügen“ oder „to assemble“. Bei diesem Schritt kommen beide Füße während des Sprungs in der Luft zusammen und landen gleichzeitig. Assemblé verbindet Kraft, Präzision und Musikalität und wird häufig genutzt, um Sprungkombinationen oder Übergänge zwischen Bewegungen elegant zu gestalten.
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